Über den Kurzhaarcollie

Der entspannte Allrounder unter den Hütehunden - mittelgroß, sportlich, freundlich, fröhlich, feinfühlig

 

Der Kurzhaarcollie ist eine der gesündesten Hunderassen, er ist langlebig und als Schäferhund auf eine optimale Anatomie und Physiologie sowie auf eine physische wie psychische Belastbarkeit selektiert. Eine Zucht im CfBrH/VDH/FCI setzt umfangreiche Gesundheitsuntersuchungen voraus und Ahnen und Linien können weit zurück verfolgt werden.  

 

Mein Zuchtziel ist ein dem Rassestandard entsprechender Hund, wobei mein Schwerpunkt auf körperlicher und seelischer Gesundheit, Belastbarkeit und Freundlichkeit liegt. Der Kurzhaarcollie ist für mich ein immer noch recht ursprünglicher Hund mit einer bemerkenswerten Klarheit und Intelligenz, aktiv und aufgeschlossen, aber auch wachsam. Aufgrund seiner Zugewandtheit ist er ein idealer Begleiter, wenn er mit Verständnis und Achtung und niemals mit Oberflächlichkeit oder Härte geführt wird. Er ist immer aufmerksam und bemüht, alles richtig zu machen. Im ständigen Gespräch mit seinem Menschen, braucht er natürlich auch unsere Bereitschaft zur verlässlichen Zusammenarbeit. Es gibt meist unterschiedliche Charaktere innerhalb eines Wurfes. Unglaublich liebenswert sind sie alle und mir als Züchterin ist es sehr wichtig, Ihnen den am besten passendsten Welpen zu empfehlen, damit alle Beteiligten glücklich werden. Der Kurzhaarcollie benötigt wenig Pflegeaufwand, ist relativ wetterunempfindlich, anpassungsfähig, arbeitswillig und sportlich mit eher geringem Jagdtrieb - und damit ein echter Allrounder.

 

Eine Anmerkung noch zu Rassenbeschreibungen in Büchern und im Netz, da der Hund an sich zur Zeit boomt und mit ihm auch der Kurzhaarcollie. Sehr häufig werden Rassen leider nur von ihrer "schönsten" Seite beschrieben und plötzlich sind viele von ihnen sich selbst erziehende "Anfängerhunde". Hütehunde sind das aus meiner Sicht nicht. Natürlich kann alles wunderbar klappen, wenn mensch sich im voraus gut informiert und die ein oder andere kompetente Hilfe dazuholt. Ein Hütehund ist sensibel, intelligent und über hunderte von Jahren darauf gezüchtet, das Vieh zu stoppen, zu lenken und zurückzubringen. Das Hüten kommt aus dem Jagdverhalten und erfordert eine mentale Stärke, eine Durchsetzungsfähigkeit und auch ein eigenständiges Handeln. Ein Kurzhaarcollie hat einen eher geringen Jagdtrieb, wenn man ihn mit anderen Rassen vergleicht, die quasi nie ableinbar sind, egal wie hart man daran arbeitet. Aber ein Trieb ist vorhanden und man muss von Anfang an wissen, was man wann wie tut, wenn man seinen Hund leinenlos durch Welt und Wälder führen möchte. Das ist durchaus möglich, auch mit mehreren Kurzhaarcollies, man bekommt es aber nicht geschenkt. Ein weiteres Problem kann, vor allem bei mangelnder Führung, die hohe Sensibilität sein. Man muss also umsichtig sein in den ersten Monaten und vor allem auch die Pubertät gut überstehen. Ist der Kurzhaarcollie erst einmal unbeschadet groß geworden und weiß, dass er sich jederzeit auf seinen Menschen verlassen kann, hat er meist ein starkes Selbstbewusstsein und eine angenehme Gelassenheit, kommt sehr gut klar in der Welt und wird als wunderbar unkomplizierter Hund wahrgenommen. 

 

Das Wesen jedes Hundes wird zuerst einmal beeinflusst durch seine Genetik und die Bedingungen in der Trächtigkeit, Geburt und Aufzucht der Welpen. Der Charakter ist von Bedeutung (nicht alle Welpen eines Wurfes sind gleich!) und letztendlich tragen Sie einen großen Teil dazu bei, wie sich Ihr Hund entwickelt. 

 

Kurzhaarcollies sind unter den Hütehundrassen die moderatesten Vertreter*innen, da sie immer Allrounder waren und viele verschiedene Dinge (und diese alle einfach ausreichend) können mussten, im Vergleich z.B. zum hochspezialisierten Border Collie, der als Koppelgebrauchshund nur eine einzige Sache - und die dafür perfekt - können musste und bei unkundiger Haltung und besonders bei einem Zuviel an Reizen, Bällchen und Frisbees leicht in Verhaltensauffälligkeiten oder Stereotypien verfallen kann. Kurzhaarcollies lebten das Leben der Menschen mit und fühlten sich vorm Ofen der kleinen schottischen Cottages ebenso wohl wie bei Wind und Wetter mit ihrem Menschen an der Herde. Sie gehören aber eben nicht der Gruppe Gesellschafts- und Begleithunde an, die für mich ideale Anfänger*innenhunde wären. Das muss einem bewusst sein und auch, wie man Hütehunde hält und führt. Dann ist es ganz einfach. Für mich ist der Kurzhaarcollie perfekt, sonst würde ich die Rasse nicht züchten. Mit etwas Feingefühl und Sachverstand können sicher viele Menschen diese beglückende Harmonie erreichen und irgendwann voller Begeisterung sagen "Einmal Kurzhaarcollie, immer Kurzhaarcollie!". 

 

 

Zu welchen Menschen passt der Kurzhaarcollie?

 

"Ein Hütehund braucht in erster Linie viel Bewegung, am besten am Fahrrad."

Nein, und schon gar nicht im ersten Lebensjahr.

 

Ein Hütehund braucht im ersten Jahr ganz viel Ruhe, Ruhe und nochmals Ruhe, damit er ein cooler, gelassener, angenehmer und gesunder Begleiter wird. Ein Hütehund ist immer im Standby, mit einem gezielt selektierten "Bei Bedarf von Null auf Hundert in einer Sekunde"-Verhalten, das fest verankert ist. Ein Hütehund ist energetisch immer mit seinen Menschen verbunden. Selbst wenn er döst, wäre er ansprechbar und könnte sofort aufspringen und losflitzen, um das Schaf zu stoppen. Bringen wir ihm also unbedingt im ersten Jahr bei: "Es gibt nichts zu tun, außer ich bitte Dich um etwas. Entspann Dich." Können wir das leisten? Kann die ganze Familie das leisten? Ziehen alle an einem Strang? Wenn Sie jetzt bei allem zustimmend nicken, ist die erste und wichtigste Grundlage für eine tolle gemeinsame Zukunft mit Hütehund(en) vorhanden. 

 

Ein Hütehund braucht eine klare Führung und Struktur in seinem Alltag. Das muss kein regelmäßiger Tagesablauf sein, aber eine Zuverlässigkeit seitens des Menschen (warum sollte der Hund sonst ebendiese leisten?) und eine Verbindlichkeit, die im Team miteinander erarbeitet werden muss. Ein Hütehund möchte klare Vorgaben und mit seinem Menschen zusammenarbeiten. Gibt man ihm keine Vorgaben und lässt ihn tun, was er will, wendet er sich nach und nach immer weiter ab und anderen Dingen zu, die dann auch bald deutlich spannender sind (z.B. andere Hunde, Jagen von Joggern, Fahrrädern, Autos und ähnlichem). Ein Abruf würde jetzt immer schwieriger! 

 

Ein Hütehund braucht unsere Bereitschaft, konzentriert, konsequent und beharrlich anzuleiten. Ein Hier! ist ein Hier! und kein "naja dann eben nicht". Wenn etwas nicht klappt, suche man immer zuerst die Ursache für das Verhalten. Sobald wir diese erkannt haben, sind wir der Lösung des Problems schon einen großen Schritt näher (und wenn wir uns schon beim allerersten Anzeichen Gedanken machen und gegensteuern, entstehen die Probleme gar nicht erst). Im Problemfall mache man also einen Plan und übe, am besten erst einmal unter allerleichtesten Bedingungen mit sich steigerndem Schwierigkeitsgrad. Sogenannte Stellvertretersituationen sind dazu geeignet: Wir versuchen dem Hund nicht in der schwierigsten Situation - im "Ernstfall" - beizubringen, was wir von ihm möchten, sondern gestalten Übungssituationen, die wir im Griff haben. Auf 180 lernt es sich nicht so gut. Lernen funktioniert nur, wenn der Hund auf einem noch relativ entspannten Energielevel ist. Es ist unsere Pflicht, dieses so zu gestalten. 

 

Nie suche man die "Schuld" beim Hund und noch weniger bei den anderen Menschen, bei den anderen Hunden, bei der Umwelt. Als erstes frage man sich "Kann der Hund leisten, worum ich bitte? Weiß er überhaupt, was ich von ihm möchte? Habe ich es ihm korrekt beigebracht? Hat er es verstanden UND kann es unter diesen Bedingungen jetzt umsetzen? Wenn nein, was hindert ihn daran?" Ein Bestrafen für ein Nicht-Ausführen eines Kommandos kann das Vertrauen zwischen Hütehund und Mensch im Falle von Nicht-Können sensibel stören. 

 

Andererseits müssen wir aber auch bereit sein, Konsequenzen folgen zu lassen. Ein Hund, der weiß, was wir von ihm möchten und der diese Bitte jetzt auch ausführen könnte, sollte das dann auch tun. Dazu überfüllen wir ihn nicht mit ewigen Unsinns-Kommandos, sondern bitten ihn nur um das, was für ihn auch Sinn macht. Warten vorm Überqueren der Straße. Zurückkommen und bei einem bleiben, wenn sich andere Menschen nähern. In einem gewünschten Radius mitlaufen. Sitzenbleiben, wenn Sitz/Bleib angesagt wurde. Unsere Korrektur sollte so angepasst sein, dass sie nicht verpufft und dass sie nicht "Drüber" ist. Einen Tick über der Energie des Hundes, im perfekten Timing gesetzt, und man muss evtl. nie wieder korrigieren, da der Hund einen in der nächsten Situation anschaut und abfragt. Eine gute Korrektur ist unemotional, sie besteht aus gebündelter Energie. Sie ist nie von Wut oder Gefühlen der eigenen Unfähigkeit überflutet, sondern beharrlich-wohlwollend. Wenn der Hund von uns gut ausgebildet wurde, wird ein Hütehund immer gerne kooperieren. Was wir mitbringen sollten, sind Ehrlichkeit, Authentizität und die Bereitschaft, an uns selber zu arbeiten und die Führung zu übernehmen. 

 

Wenn Sie all das wollen und gespannt sind auf eine bereichernde gemeinsame Zeit des Lernens und intensiven und selbstreflektierten Zusammenlebens, können Sie mit einem oder mehreren Kurzhaarcollie(s) rundum glücklich werden - so wie ich mit meiner Bande hier. Kurzhaarcollies sind - wenn man all das oben Erwähnte beachtet - einfach eine Freude im Leben. Sie sind ganz normale HUNDE, so wie ich mir eine perfekte vierbeinige Alltagsbegleitung vorstelle. Sie sind leicht zu erziehen, feinfühlig, zuverlässig, wunderschön und bringen fast keinen Dreck mit ins Haus.  Sie sind überall gerne gesehen, man kann sie überall mit hinnehmen, sie wissen sich zu benehmen und sind offen für Unternehmungen aller Art - und sie sind nicht mehr wegzudenken, wenn sie erst einmal da sind. 

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Nach dem deutschen Heilmittelwerberecht § 3 muss ich darauf hinweisen, dass es sich bei den hier vorgestellten Methoden, sowohl therapeutischer als auch diagnostischer Art, um Verfahren der alternativen Medizin handelt, die wissenschaftlich umstritten und schulmedizinisch nicht anerkannt sind.