Ruhe

Jedes Haus muss auf einem soliden Fundament gebaut werden, sonst steht es nicht sicher. Das ist jedem klar, doch beim Hund ist es genauso, und das wird oft vergessen. Ich habe in den letzten Monaten viele Menschen mit jungen Hütehunden beraten dürfen, es zeigten sich kleine oder große Probleme und die Frage war meist "Wie stelle ich das ab?". Man möchte am Hund ein Verhalten ändern oder gar "weg" haben, setzt aber den Fokus auf das Problem und nicht auf die Ursache. Einer der häufigsten Gründe für Probleme bei Hütehunden ist die fehlende Ruhe. Ruhe beim Menschen, Ruhe beim Handeln, innere Ruhe und äußere Ruhe. Und eben fehlende Ruhe des Hundes. 

 

Ein harmonisches, entspanntes Miteinander basiert nicht auf der Wahl von Halsband oder Geschirr, kurzer oder langer Leine, Hundeschule oder nicht, Sofa oder nicht. Es basiert vor allem auf den Grundlagen und dazu gehört für mich an erste Stelle die Ruhe. Ein frisch verpflanzter Welpe muss nicht nach ein paar Tagen in eine Welpengruppe gesteckt werden. Ein kleiner Junghund muss nicht als erstes Sitz, Platz, Steh und Fuß lernen. Mit einem jungen Hund geht man zusammen raus, schützt ihn vor Übergriffen und zeigt ihm die Welt. Häppchenweise. Zusammen sitzen oder stehen und die Umgebung beobachten. Für alles viel Zeit nehmen. Der kleine Hund begreift die Welt mit allen Sinnen. Und er braucht dafür so viel Zeit, wie er braucht. Wir Menschen sind meist viel zu schnell. Der Hund darf nicht in Ruhe schnüffeln, sondern wird mittendrin weitergezogen. Er darf nicht in Ruhe gucken und sich mit den Außenreizen auseinandersetzen. Seine natureigene Individualdistanz wird fortwährend unterschritten und er muss alles über sich ergehen lassen. Das ist kein sinnvolles Desensibilisieren gegenüber Außenreizen, sondern ein Überfordern, Überreizen des Hundes, er lernt dabei wenig oder Schlechtes. 

 

Üben Sie sich in Langsamkeit. Schon beim Anziehen und Starten. Beim Ein- und Ausladen ins und aus dem Auto. Beim Losgehen. Bekommen Sie ein Gespür dafür, wann der Hund wieviel Stress welcher Art hat und wann er Dinge verarbeitet hat und sich schüttelt. Dann ist er meist bereit für Neues. Mit Hektik und Schnelligkeit gefährden Sie das Vertrauen Ihres Hundes zu Ihnen und in die Welt. Sicher gibt es auch Situationen, in denen es mal schnell zugehen und der Hund die "Sau rauslassen" darf. Canicross und Scootern sind tolle Sportarten, wenn der Hund mental und körperlich reif dafür ist. Am Anfang steht aber immer die Ruhe, damit der Junghund sich zu einem umweltsicheren, gelassenen erwachsenen Hund entwickeln kann.

Der Ruhe Raum geben - mit Junghündin Floor und Küken Lona 

Unten im Tal eine Gruppe freilaufender Hunde, wir beobachten sie. 

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Nach dem deutschen Heilmittelwerberecht § 3 muss ich darauf hinweisen, dass es sich bei den hier vorgestellten Methoden, sowohl therapeutischer als auch diagnostischer Art, um Verfahren der alternativen Medizin handelt, die wissenschaftlich umstritten und schulmedizinisch nicht anerkannt sind.